1. AUFTRAG

Der Konvent der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen wurde 1992 gegründet, um die Forderungen und Anliegen der Chefärztinnen und Chefärzte sowie Leitenden Ärztinnen und Ärzten nicht-universitärer chirurgischer Krankenhausabteilungen zu vertreten und eine adäquate Repräsentanz in den Leitungsgremien von Fachgesellschaften und Berufsverbänden zu erzielen.

Dies geschah in dem Selbstbewusstsein, dass die Gruppe der leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen an mehr als 1.000 nicht – universitären Krankenhäusern in Deutschland für die Versorgung des überwiegenden Teiles chirurgischer Patientinnen und Patienten, die Umsetzung ungezählter rechtlicher Normen und die Weiterbildung zuständig ist. Außerdem bildet sie 80 % aller angehenden Chirurginnen und Chirurgen aus.

Über 800 Mitglieder haben den Konvent der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen zu einem nicht mehr übersehbaren Gesprächspartner für die anderen Akteure im System werden lassen. Der Konvent ist in einer Vielzahl von Entscheidungsgremien der im Gesundheitssystem beteiligten Organisationen vertreten.

Das wesentlichste Gründungsanliegen des Konvents der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen wurde damit erreicht und muss auch zukünftig im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen.

2. ANLIEGEN

Eine ausreichende Mitsprache in allen Belangen des Gesundheitswesens und der Gesundheitspolitik durch die Hauptverantwortlichen ist nur durch eine machtvolle und effektive Interessenvertretung möglich. Sie ist heute notwendiger denn je.

Der Konvent hat dem in vielen Bereichen Rechnung getragen durch Schaffung von Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit den heutigen Problemen beschäftigen. Er leistet damit Hilfestellung und vertritt Standpunkte zu den Anforderungen, wie sie heute an Leitende Ärztinnen und Ärzte gerichtet werden.

Beispielhaft zählen dazu:

  • Einbringen der Positionen des KLK im Zusammenhang mit krankenhauspolitischen Entscheidungen (z.B. Zertifizierungen, Reformbestrebungen, Mindestmengen etc)
  • Themenkomplex Ambulantisierung in der Chirurgie, Einbringen der Position des KLK in Gremien und Fachgesellschaften
  • Qualitätssicherung
  • Interessenvertretung bei der Neustrukturierung der Weiterbildungsordnung
  • Krankenhausstrukturfragen
  • Vertragsfragen
  • Bewältigung spezifischer Probleme chirurgischer Chefärztinnen und Chefärzte
  • Förderung des chirurgischen Nachwuchses
  • Abbildungen von Eingriffen im DRG-System
  • Beteiligung an wissenschaftlichen/berufspolitischen Kongressen

3. ZUKUNFT

Die Herausforderungen haben heute eine neue Dimension erreicht. Vorstand und Beirat erkennen: Es genügt nicht mehr, allein in den fach- und berufspolitischen Gremien präsent zu sein, sondern es ist erforderlich, auch eine allgemeinpolitische Wirkung im Gesundheitssystem zu entwickeln. Dabei müssen die Interessen der KLK-Mitglieder vertreten werden.

In Verantwortung gegenüber den Kranken, den Kolleginnen und Kollegen, insbesondere dem chirurgischen Nachwuchs sowie angesichts der Veränderungen durch eine Gesundheitspolitik, welche die Existenz vieler Krankenhäuser und damit ein flächendeckendes, gut funktionierendes Versorgungssystem für die Bevölkerung gefährdet, will und muss der Konvent der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen seine Aufgaben neu formulieren. Dabei ist er sich bewusst, dass dies nur in enger Kooperation mit Organen gleicher Zielsetzung möglich ist.

Anzustreben ist heute, die leitenden Vertreterinnen und Vertreter aller in dem Säulenmodell vereinigten chirurgischen Fachgesellschaften – insbesondere orthopädisch und unfallchirurgisch Tätigen und anderer Organisationen operativ oder diagnostisch/konservativ tätiger Ärztinnen und Ärzte und Fächer – in die Anliegen des Konvents der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen einzubeziehen und bei gleicher Interessenlage zusammenzuarbeiten.

Der Konvent der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen strebt deshalb eine enge Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft leitender gastroenterologischer Krankenhausärzte, dem Verband der Leitenden Orthopäden und Unfallchirurgen sowie allen anderen Interessierten an.

  • Nur gemeinsam werden wir adäquat wahrgenommen.
  • Nur gemeinsam sind wir ernsthafter Gesprächspartner für die Politik.
  • Nur gemeinsam finden wir Gehör, wenn wir uns politisch äußern.
  • Nur gemeinsam können wir unsere Interessen bündeln.
  • Nur wenn wir mit einer Stimme sprechen, können wir nachhaltigen Einfluss auf die Zukunft unserer Fächer, unserer Häuser, unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auf die weiterhin hochwertige Versorgung der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten nehmen.

4. LEITBILD

Der Konvent der Leitenden Krankenhauschirurgen bleibt auch in Zukunft immer zuerst seinen Mitgliedern verpflichtet. Er ist aber auch gegenüber der Gesellschaft verantwortlich. Er nimmt diese Verantwortung an.

Im Lichte dieser gesellschaftlichen Verantwortung und auf der Basis dieses neuen Programms geht der Konvent in die nächsten Jahre. Der Konvent der Konvents der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -Chirurgen hat seit seiner Gründung gezeigt, dass er eine schlagkräftige Organisation ist und vieles bewegen kann.

Die Zeit ist gekommen, dies immer wieder aufs Neue zu beweisen.

Berlin, Langenbeck-Virchow-Haus, am 24.06.2022

Vorstand und Beirat des Konvents der Leitenden Krankenhauschirurginnen und -chirurgen